Radio Rock FM | Rockbook

Aktuelle Zeit: 14. Dez 2017 18:12

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Archiv 2017
August (3)
Juli (3)
Juni (6)
Mai (27)


AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 34
Benutzeravatar


Bild

Nach 2 Jahren melden sich Störte Priester mit ihrem neuen Album "Falscher Messias" zurück. Ein Album das so dermaßen voller Sozialkritik steckt, das man zurecht zu dem Schluss kommen muss, das Bandkopf Mike seine regelmäßigen Podcasts zur Musik gemacht hat. So ziemlich alles was er in letzter Zeit kritisch auf Youtube angesprochen hatte, findet sich auf "Falscher Messias" wieder. Von weichgewaschenen Mainstream Songs, über Geldgierige Arbeitgeber, Verblödung durch Sozialisierung, bishin zu der üblichen Nazikeule in der Szene. Alles ist irgendwo vorhanden. Da ich Mike seine Podcast immer regelmäßig verfolge und i.d.R. mit seinen persönlichen Meinungen und Äußerungen der Gesellschaftskritischen Themen konform gehe, ist dieses Album nochmal ein ganz besonderes Highlight.
Der ohnehin schon großartige Vorgänger, "Mein Leben auf den Knien", wurde mit "Falscher Messias" nochmal enorm in den Schatten gestellt. Was ein Brett! Direkt nach dem ersten durchhören, hat der "WOW" Effekt eingesetzt.
Laut, Hart, Abwechslungsreich und rappelvoll mit kontroversen Texten, wie auf noch keinem Priester Album je zuvor.

Der Inhalt von "Falscher Messias" lässt sich am besten so beschreiben:
Unsere Gesellschaft ist ebenso weichgewaschen, wie das Zeug was im Lokalradio läuft. Negative Kritik, Ehrlichkeit und Direkt - damit kommen heutzutage die wenigsten Menschen klar. Ich selbst erkenne mich da irgendwo überall wieder und kann mich demzufolge sehr gut mit Mike Priester identifizieren. Man nimmt kein Blatt vor dem Mund und eckt als Folge dessen oftmals an. Menschen kehren dir den Rücken zu, machen sich über dich lustig oder lassen dich gar komplett links liegen. Das Album "Falscher Messias" ist genauso ein Ding. Es haut in den verschiedensten Kerben voll auf die Zwölf, so wie Deutschrock eben sein sollte. Wo sich andere vielleicht nicht trauen, Dinge anzusprechen, die auf sehr viel Gegenkritik stoßen, hauen Störte Priester genau rein.

Nach dem schon fast typischen Intro, mit welchem fast jedes Priester Album beginnt, gehts auch schon los. Der Opener "Echte Lieder" ist ein derber Seitenhieb an Bands, die sich an große Plattenfirmen "verkaufen" und kommerzielle Musik produzieren müssen. Das Szenario ist Fluch und Segen zugleich, letztendlich aber auch eine Frage der eigenen Ausrichtung seiner Musik auf das persönliche Leben. Mache ich es Hauptberuflich und muss davon leben oder mache ich Musik als Hobby, weil ich einfach Spaß dran haben möchte. Mike hat das erst kürzlich in einem seiner Podcasts sehr gut erklärt. Am Ende muss jeder selbst wissen, was er für richtig hält. Die Richtung für Störte Priester ist jedenfalls eindeutig:

Echte Lieder braucht das Land, hart und unzensiert, Echte Lieder hart wie Stahl, weil sonst nichts passiert.
Echte Lieder braucht das Land und nicht diesen Schrott, teure Werbung und Reklame, darauf haben wir keinen Bock - auf Mainstream und Pop.
Für uns ein Schock, Mainstream und Pop!


Ob der Song bei anderen Bands auf sonderlich viel Gegenliebe stoßen wird, ist eher fraglich, aber auch ganz gewiss nicht der Sinn der Sache gewesen.
Das Problem mit dem Weichspüler zieht sich allerdings nicht nur durch den Deutschrock, sondern betrifft vorallem auch die komplette Rock und Metal Szenerie. Musik die eigentlich keiner außer der typische Chartshüpfer hören will.

Gleichermaßen ist mit dem Song "Nicht vom selben Schlag" eine weitere Kelle an den Mainstream vertreten, sowie das Versprechen, das Störte Priester diesen Weg niemals beschreiten werden.

"Wir sind nicht vom selben Schlag, wir stehen zu unserem Wort und bleiben immer hart!"

Weiter geht es mit einem Blick auf unsere Gesellschaft. "Nur wenn du kämpfst" handelt davon, das so ziemlich jeder alles erreichen kann, wenn man es nur wirklich will. Stets nach dem Motto - Von nichts kommt nichts - kann man "Nur wenn du kämpfst" auch als einen Weckruf an die Gesellschaft sehen. Lasst euch nicht alles gefallen, nehmt nicht alles hin und kämpft für das was ihr liebt.
Mit "Was ich will" kommt die totale Medienklatsche. Selber denken und nicht mit dem Strom schwimmen. Medien waren und sind schon immer Lügen und Märchen zur Manipulation und Lenkung der Gesellschaft gewesen. Die Werfen uns die Brocken hin und wer sie schluckt ist selber schuld. Nicht immer einfach alles nachplappern, oder nachmachen, ohne mal vorher mit Verstand darüber nachzudenken.
Ganz wichtig ist nach wie vor, Du selbst zu sein und nicht wie andere dich gerne hätten. Niemand schreibt dir vor, so zu sein wie jeder Andere. Du bist nicht cool, wenn du mitläufst. Du bist cool, wenn du Du selbst bist. Wahre Größe zeigst Du, indem es Dir egal ist, was andere über dich denken oder sagen.

"Und wenn alle Gegen mich sind, ich werde mich niemals ändern, wie die Fahnen im Wind."

"Unsere Herzen brechen nicht" setzt quasi einen Teil des Lebens von "Was ich will" fort. Dinge die wir erreichen wollen, erreichen wir nur, wenn wir Standhaft bleiben, an uns glauben und mit aller Überzeugung daran arbeiten, ohne uns ablenken oder beeinflussen zu lassen.
"Hör auf dein Herz" ist für mich der musikalische Zwilling von "Was ich will". Diesmal geht es allerdings nur um den der Du bist. Der Song beschreibt dein Ego, so wie es immer sein sollte. Hör auf dich selbst und sei kein Spiegel der Gesellschaft.
Ebenso ist mit "Willst du nicht sein Bruder sein" ein weiterer Seitenhieb an die Mitläufer der Nation gerichtet.

"Stärker als Du" interpretiere ich mal frei als eine musikalische Antwort auf jene Leute, die Störte Priester mit zahlreichen Mails und Ratschlägen zugebomt haben, wie man die Band besser und erfolgreicher gestalten könnte. Menschen die weder Ahnung von Musik, noch von einer Band haben und dennoch meinen sie wüssten alles besser.

Der Song "Außerwählt von den Göttern", geht mit einer gesunden Packung Arroganz voraus, daher sollte man ihm auch mit einem Augenzwinkern begegnen. Störte Priester stellen sich hier nämlich als Überbringer der wahren Kunde dar, außererwählt von den Göttern, die dich lieben.

Der Titeltrack "Falscher Messias" beschreibt ein Szenario was wohl jeder kennt. Lügner, Schwafler und Möchtegerns, die nur Blödsinn erzählen um sich selbst zu profilieren. Derartige Leute gibt es überall. Sei es im Bekanntenkreis, im Beruf und vorallem in den Medien, wo sowieso von Grundauf alles gelogen ist. Der falsche Messias ist überall auf dieser Welt und wurde in diesem Song perfekt eingefangen.

Mit "Du bist gierig" bekommen auch die Geldgeier, Blutsauger, Ausbeuter, Politiker und Arbeitgeber ihr Fett weg. Jeder kennt das Szenario. Wer Geld hat, will immer noch mehr und mehr, aber rückt nichts heraus.

Dann haben wir noch einen ganz persönlichen Song auf "Falscher Messias" vertreten."Bilder von Damals" lässt alte Erinnerungen von früher, alte Zeiten, alte Liebe und alte Freude review passieren.

Der Song zum kontroversesten Thema der Szene kommt allerdings ganz zum Schluss. "Du nennst mich Nazi" wurde vorab als erste Single veröffentlicht und schlägt gegen allen Pseudo Moralaposteln und Gutmenschen zurück, die bis Heute nichts verstanden haben. Die übliche und mittlerweile schon peinliche Nazikeule, die heutzutage überall verwendet wird, wenn man Kritik gegen Staat und Politik übt, oder von Heimatliebe singt. Der Song ist vorallem eins - mutig - aber auch mal notwendig, um diesen Quatsch der in Deutschland herrscht, mal demonstrativ entgegen zu treten. Deutschrock ist, war und wird niemals rechts sein. Und warum das so ist, muss an dieser Stelle garnicht näher erklärt werden, da Rechtsrock lediglich im Untergrund herrschen und stattfinden kann.


Fazit:

Störte Priester haben hier ein verdammt starkes Album hingelegt. "Falscher Messias" ist für mich nicht nur definitiv DAS Deutschrock Album des Jahres, es ist vorallem das Beste was wir bisher von der Band gehört haben. Die Produktion mit ihrem hochqualitativen Sound ist wirklich beeindruckend. So ziemlich jeder Song ist ein Ohrwurm erster Güte geworden. Die Texte gehen ordentlich rein und schlagen sich so verbal, ehrlich und direkt durch die verschiedensten Themen, das es eine wahre Freude ist. Sicherlich wird auf der einen Seite, der Eine oder Andere Song in der Szene anecken, weil diverse Zitate doch sehr provokant sind und gar als Kampfansage gedeutet werden könnten. Da wird ein gewisses Zurückschießen anderer Bands, die sich eventuell angesprochen fühlen, in musikalischer Form sicherlich nicht lange auf sich warten lassen. Auf der anderen Seite beweisen Störte Priester aber auch, das sie Eier in der Hose haben, Dinge so offen und unverschönt anzusprechen und das hat in der heutigen Zeit ohnehin Seltenheitswert.
Hut ab!
Zugriffe:

Beitragvon The Count » 26. Nov 2017 15:40


Kommentare (0)


cron
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches forum kostenlos Kostenloses Forum user online free forum hosting web tracker Topic Archive Partner