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Album Reviews

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26
Nov.
2017
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Nach 2 Jahren melden sich Störte Priester mit ihrem neuen Album "Falscher Messias" zurück. Ein Album das so dermaßen voller Sozialkritik steckt, das man zurecht zu dem Schluss kommen muss, das Bandkopf Mike seine regelmäßigen Podcasts zur Musik gemacht hat. So ziemlich alles was er in letzter Zeit kritisch auf Youtube angesprochen hatte, findet sich auf "Falscher Messias" wieder. Von weichgewaschenen Mainstream Songs, über Geldgierige Arbeitgeber, Verblödung durch Sozialisierung, bishin zu der üblichen Nazikeule in der Szene. Alles ist irgendwo vorhanden. Da ich Mike seine Podcast immer regelmäßig verfolge und i.d.R. mit seinen persönlichen Meinungen und Äußerungen der Gesellschaftskritischen Themen konform gehe, ist dieses Album nochmal ein ganz besonderes Highlight.
Der ohnehin schon großartige Vorgänger, "Mein Leben auf den Knien", wurde mit "Falscher Messias" nochmal enorm in den Schatten gestellt. Was ein Brett! Direkt nach dem ersten durchhören, hat der "WOW" Effekt eingesetzt.
Laut, Hart, Abwechslungsreich und rappelvoll mit kontroversen Texten, wie auf noch keinem Priester Album je zuvor.

Der Inhalt von "Falscher Messias" lässt sich am besten so beschreiben:
Unsere Gesellschaft ist ebenso weichgewaschen, wie das Zeug was im Lokalradio läuft. Negative Kritik, Ehrlichkeit und Direkt - damit kommen heutzutage die wenigsten Menschen klar. Ich selbst erkenne mich da irgendwo überall wieder und kann mich demzufolge sehr gut mit Mike Priester identifizieren. Man nimmt kein Blatt vor dem Mund und eckt als Folge dessen oftmals an. Menschen kehren dir den Rücken zu, machen sich über dich lustig oder lassen dich gar komplett links liegen. Das Album "Falscher Messias" ist genauso ein Ding. Es haut in den verschiedensten Kerben voll auf die Zwölf, so wie Deutschrock eben sein sollte. Wo sich andere vielleicht nicht trauen, Dinge anzusprechen, die auf sehr viel Gegenkritik stoßen, hauen Störte Priester genau rein.

Nach dem schon fast typischen Intro, mit welchem fast jedes Priester Album beginnt, gehts auch schon los. Der Opener "Echte Lieder" ist ein derber Seitenhieb an Bands, die sich an große Plattenfirmen "verkaufen" und kommerzielle Musik produzieren müssen. Das Szenario ist Fluch und Segen zugleich, letztendlich aber auch eine Frage der eigenen Ausrichtung seiner Musik auf das persönliche Leben. Mache ich es Hauptberuflich und muss davon leben oder mache ich Musik als Hobby, weil ich einfach Spaß dran haben möchte. Mike hat das erst kürzlich in einem seiner Podcasts sehr gut erklärt. Am Ende muss jeder selbst wissen, was er für richtig hält. Die Richtung für Störte Priester ist jedenfalls eindeutig:

Echte Lieder braucht das Land, hart und unzensiert, Echte Lieder hart wie Stahl, weil sonst nichts passiert.
Echte Lieder braucht das Land und nicht diesen Schrott, teure Werbung und Reklame, darauf hab [...]

12
Nov.
2017
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Schlagwetter legen nach! Die junge Band aus Essen, die nach "Glück Auf!" ihr nun schon zweites Studio Album veröffentlichen, sind wohl momentan die vielversprechenste Alternative im NDH Bereich. "Rammstein 2.0." wie ich sie auch gerne im positiven Sinne nenne, spielen nämlich genau die Musik, die man von besagter Band schon lange nicht mehr hört. Dennoch sind Schlagwetter alles andere als eine Kopie. Im Gegenteil! Sie sind frischer, ausgereifter, experimentierfreudiger, melodischer und verstehen ihr Handwerk. Was die Band bietet, ist waschechte Neue Deutsche Härte und kein Schund für die Massen. Von ihrem ersten Longplayer waren wir schon sehr beeindruckt, so das Radio Rock die Band in seinen Support Pool aufnahm. Das hier vorliegende Zweitwerk übertrifft jenes aber noch im Längen. "Heimkehr" ist nicht nur druckvoll und laut, sondern auch sehr melodisch und abwechslungsreich geraten.

Der Titeltrack allein reißt schon jeden von den Stühlen. Treibende Riffs, donnernde Drums und die Heimkehr, Heimkehr Rufe von Kevin Spiegel. Klasse. Die erste Single Auskopplung "Tanzt" hingegen ist melodischer und mit Elektro Sound untermalt. Der Song geht so schnell nicht aus dem Kopf.
Willkommen auf dem "Schlachthof." Auch Track Nummer 3 grooved wieder in typischer Rammstein Manier.
Der Song "Maschinen" hingegen, geht schon sehr in die industrielle Richtung. Elektro Metal vom Feinsten.
Mit "Herz steht still" bekommt man dann eine Ballade zum durchatmen. Der ruhigste Teil auf "Heimkehr" ist dennoch nicht weichgespült. Der Song kommt einer echten Hymne gleich und ist gleichzeitig eines der ganz großen Highlights des Albums.
Die wohl am deutlichsten an Rammstein angelehnte Nummer ist der Song "Bückstück." - "Bück dich" lässt grüßen und donnert ebenso wie der große Bruder wieder mit voller Power durch die Boxen. Wenn auch irgendwo geklaut, trotzdem verdammt cool gemacht.

Die Zweite Hälfte des Albums geht stärker in die Richtung Industrial Metal.
"Zombies" und "Träne" werden hauptsächlich durch elektrischer Musik und weniger durch E-Gitarren getragen, wodurch sie nicht so ganz herausstechen, wie der Rest. Dennoch gut gemacht. "Nachtschar" und "Parasomnia" hingegen bieten wieder die perfekte Mischung. Schön groovig. "Narben" entpuppt sich als zweite NDH Ballade mit Tempowechsel, schöner Melodie gepaart mit lauten Riffs. Zum Abschluss entfachen Schlagwetter nochmal ihre ganze Energie mit dem "Masochist." Den Song - getragen von dreschenden Drums und Ohrwurm Chorus muss man einfach mögen.

Unterm Strich gehört hier einfach ein dickes Lob an Schlagwetter ausgesprochen. Mit "Heimkehr" haben sie definitiv das beste NDH Album dieses Jahres veröffentlicht. Schwache Songs sucht man vergebens. Den Vergleich mit Rammstein oder Stahlmann müssen sie sich [...]

12
Nov.
2017
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Die Krayen entern im Sturzflug die Mittelalter Charts. Mit ihrem Debüt "Auf dunklen Schwingen" aus dem Jahre 2015, erregte die Band direkt hohes ansehen. Ein Jahr später kam mit "Tenebra" ein großartiger Nachfolger daher. Erst kürzlich zeigten sie sich sogar von ihrer humorigen Seite, als man gemeinsam mit Harpyie die Split CD "Vogelhochzeit" aufnahm und mit "Gut zu Vögeln" einen spaßigen Song im Stile von "Feuerschwanz" herausbrachte. Und nun sind wir schon im dritten Jahr Krayenzeit angelangt, wo "Von Mond und Schatten", nur kurze Zeit nach der "Vogelhochzeit" das Licht der Welt erblickte.

Das neue Album wird von vielen Kritikern sogar nochmal eine Stufe höher gestellt, als seine beiden Vorgänger - und das zurecht. Krayenzeit haben sich in kürzester Zeit zu den ganz großen hochgespielt. 3 Jahre, 3 Alben und musikalisch geradezu auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. Besser und schneller kann eine Entwicklung kaum sein. Das neue Material präsentiert eine ganz neue Bandbreite im Reich der Krayen und wahnsinnig viel Experimentierfreudigkeit. Als nur eines von vielen Beispielen sei hier der Song "30 Silberlinge" genannt. "Von Mond und Schatten" zeichnet sich aber vorallem durch seine vielen abwechslungsreichen Kompositionen aus. Mal klassischer Mittelalter Rock, mal Folk und mal Ballatesk. Außerdem sind die einzelnen Stücke insich nochmal sehr vielseitig. Das ist ganz großes Kino für die Ohren, was wir von den Krayen gerade bekommen.

Während "Spieglein, Spieglein" oder "Krähenkönigin" tolle, aber auch eher klassische Krayen Songs sind, erklingen "Gefallene Engel", "Du bist mein Henker" und vorallem "Orpheus" in diesem besagten, neuen Gewand.
Und auch wenn der Gesang von Sänger Markus Engel schon allein absolut grandios ist, hat man sich für die großartige Ballade "Am Leben", sogar noch prominente Verstärkung mit ins Boot geholt. Malte Hoyer (Versengold), Anna Murphy (ex-Eluveitie, Cellar Darling), Anna Katharina Kränzlein (ex-Schandmaul) und Katja Moslehner (ex-FAUN), runden den Song perfekt ab.

"Ikarus" überzeugt mit Tempowechsel und die metallische Ballade "Blut von meinem Blut" grooved ordentlich. Auffallend ist hier auch der häufig verwendete Double Bass, der sich im übrigen durch das ganze Album zieht.

Hervorragend abgeschlossen wird "Von Mond und Schatten" mit dem melancholisch gezupften "Tageslied." Eine Ballade der Marke Großartig, aber das trifft so ziemlich auf alle Songs zu, die das Album zu bieten hat.


Fazit:

Die dargebotenen Melodien lassen einen auf Schwingen tragen und mit ins Krayenreich fliegen. 14 intensive, tiefsinnige und ernorm musikalische Songs der Extraklasse finden sich auf "Von Mond und Schatten wieder." Definitiv das stärkste Krayenzeit Album bis jetzt, das muss man [...]

11
Nov.
2017
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Wer geglaubt hat, das die US Schock Rocker von GWAR den tragischen Heroin Tod von Oderus Urungus nicht überstehen würden, liegt deutlich falsch. Fans der alten Spinner Brigade im typischen Monstershow Gewand, müssen sich nicht die geringsten Sorgen machen. Auch nach fast 30 Jahren ihrer außerirdischen Existenz, hat man noch längst nicht alles von den Metal Monstern gehört. Interplanetarischer Thrash Metal, gepaart mit feinsinnigen (ja wirklich!) Melodien und der typischen Prise GWAR. Völlig irre und trotzdem geil. "The Blood of Gods" gehört musikalisch definitiv zu den stärksten Scheiben der abgedrehten Blut und Sperma Killerhorde, denn so stark waren sie schon lange nicht mehr. Das aktuelle Album besticht neben der Fäkalsprache, Urin Duschen und Satanismus vorallem durch sehr abwechslungsreiches Riffing und geradliniger Strukturierung. "War On GWAR", "I'll Be Your Monster" und "Fuck This Place" sind nur wenige Highlights der meuchelnden Antichristen und selbst für eine blasphemische Cover Version AC/DC's "If you want Blood", waren sich die Ungeheuer nicht zu schade. Genauere Beschreibungen sind ohnehin sinnlos. GWAR muss man erleben und sich vorallem auf die abgefuckte Mukke einlassen. Spaß kann man aber auch ganz automatisch - selbst als Nicht-Fan - mit "The Blood of the Gods" haben, ansonsten wird man Standardsgemäß von Balsac the Jaws of Death auf sadomasochistische Art hingerichtet. ;-)

Wer sich von GWAR noch nicht Live mit nachgemachten, abartigen Körperflüssigkeiten hat besudeln lassen, kann zumindest den Wahnsinn auf Platte nachholen und sich "The Blood of the Gods" geben. Das neue Album ist zwar längst nicht die verrückteste Scheibe der Gummi Proleten, bringt aber guten Thrash Metal mit.

11
Nov.
2017
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Einst machten Unbelehrt noch als Analgewitter die Bühnen dieser Welt unsicher. Mittlerweile ist aus der ehemaligen Spaßfraktion (2009 - 2014) eine ernstzunehmende Deutschrock Band geworden. Unter neuem Namen "Unbelehrt" haben die 4 Jungs aus Oberfranken nun ihr zweites Studio Album "Narben der Zeit" in Zusammenarbeit mit MetalSpiesser veröffentlicht.

Die Songs sind mitten aus dem Leben gegriffen, mit denen sich jeder Hörer zügig identifizieren kann. Mit überzeugenden Texten, eindringlichen Melodien und enorm abwechslungsreichen Rythmen, gehen so ziemlich alle Titel direkt ins Ohr. Rockige Stimmungsmacher am Fließband, die erst garkeine Langeweile aufkommen lassen. Das die Band also ordentlich aufgedreht hat, bekommt man in den 12 Tracks deutlich zu spüren, was sicherlich auch dem Einfluss des Labels MetalSpiesser zur Grunde liegt.

"Immer gradeaus, mit Vollgas durch die Wand! Einzigartig und unbequem!"

Genau das ist es was Unbelehrt ausmacht. Sie beschallen das was sie denken und schaffen es ein reifes und authentisches Werk abzuliefern. Satte 50 Minuten kerniger Gute Laune Deutschrock aus dem Hause Unbelehrt, welche musikalische Reise gerade erst richtig durchstartet. Also lasst euch belehren, von den Unbelehrten, sowie von Radio Rock, das man sich diese Platte definitiv nicht entgehen lassen sollte.

11
Nov.
2017
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2011 wurde die Band Brennstoff irgendwo mitten im Saarland gegründet. Das damalige Quintett hatte sich ganz dem Motto "Schnell, hart und Laut" gewidmet. Nachdem 2 Alben in Eigenproduktion und ein massiver Besetzungswechsel ins Land zogen, erschien in diesem Jahr ihr dritter Longplayer "Schlag auf Schlag" über KB Records.
Aus dem ehemaligen Quintett ist nun allerdings ein Quartett geworden und nur Sänger Thomas ist aus der ursprünglichen Besetzung übrig geblieben. Das schadet dem neuen Album allerdings überhaupt nicht - ganz im Gegenteil. "Schlag auf Schlag" klingt frisch, druckvoll und hat es wahrhaftig insich. Natürlich war es zu erwarten, das sich die neu formierte Band auch neu definiert, doch das soll an dieser Stelle nur positiv vermerkt werden. Musikalisch hat man sich mittlerweile im Streetcore positioniert, ihrem ursprünglichen Stil sind die Saarländer aber absolut absolut treu geblieben. Hier gibt es keinen kommerziellen, weichgespülten Mist, sondern nur Vollgasrock das die Hütte brennt.
Mit "Schlag auf Schlag" kommen 11 waschechte Kracher daher, die mit kernigen Gitarrenriffs, rauen Gesang und ordentlich Druck auf dem Kessel durch die Lautsprecher dröhnen. Ehrlicher und kompromissloser Deutschrock, der nichts von seinem Ursprung eingebüst hat, sondern einfach nur noch besser geworden ist. Brennstoff ist somit eine Band, die man unbedingt im Auge behalten sollte, da ihre Entwicklung und Steigerung bisher nur steil nach oben gegangen ist. Und jetzt wo man auch endlich bei einem Label angekommen ist, kann die Reise weiter gehen.
Wer also noch richtigen Deutschrock sucht, kommt an der Band, sowie der aktuellen Scheibe nicht vorbei. Kaufen, einlegen und BRENNEN!

11
Nov.
2017
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Totgesagte leben länger oder die Rückkehr von Wiens No.1. Nachdem die Band sich sogar kurzzeitig aufgelöst hatte, erweckte im Jahre 2014 Stefan P. Wiens No.1 mit neuen Musikern wieder zum leben. Als damals "Sag niemals nie" zum Comeback erschien, stellte man sich zurecht die Frage, ob man hier überhaupt noch einen drauf setzen kann. Und tatsächlich - sie können! Das 5.te Studio Album, "Des Kaisers neue Lieder", welches im August diesen Jahres erschien, protzt nur so vor Spielfreude, fantastischen Texten und einer ganzen menge Spaß.
Ob Deutschrock, Punkrock oder Oi - Ein grundsätzliches Genre lässt sich für die Band nicht festmachen. Dafür sind die Jungs viel zu Facettenreich und vorallem immer für eine Überraschung gut. Mit Wiens No.1 kann man eingentlich nie etwas falsch machen und das beweisen sie auf "Des Kaisers neue Lieder", wieder einmal eindrucksvoll. Ganz eindeutig haben die Fünf hier ihr stärkste Album abgeliefert und gut daran getan, die Band nicht für immer zu den Akten zu legen. Die 14 Songs gehen in einem Rutsch ins Ohr. Ausfälle sind absolut keine zu verzeichnen. Deutlich hör - und spürbar ist die Tatsache, das man sich mächtig ins Zeug gelegt hat, um "Des Kaisers neue Lieder" zu einer neuen Speerspitze der Band zu formen, welche diesem Titel im Nachhinein auch mehr als gerecht wird. So muss ein gutes Deutschrock Album sein.
Als Anspieltipps seien "Tour durchs Leben", "Schnautze Voll", "Freundschaft", das großartige "Leckt uns am Arsch 2.0", "Der kleine Bär" und der Rausschmeißer "Auf Wiedersehen" genannt, doch im Grunde braucht man hier eigentlich keinen Song seperat herauspicken, denn das Gesamtpaket ist schlicht Großartig, für das man einfach nur eine 100%tige Kaufempfehlung aussprechen kann.

16
Okt.
2017
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Airbourne wurden einst von der Presse als die offiziellen Nachfolger von AC/DC gekührt, konnten aber für meinen Geschmack nicht immer als dessen überzeugen. Beginnend im Jahre 2004, als die auf 1000 Stück limiterte EP "Ready To Rock" lediglich in Australien erschien und bis heute wohl den eindeutigsten AC/DC Nachklapp darstellt, enterten Airbourne die Bühnen dieser Welt. "Ready To Rock" war rau, hart und versprühte nur so den Flair der besten Rock'n'Roll Band aller Zeiten. Total geklaut und dennoch komplett selbst gemacht, erwies sich diese EP als wahres Meisterwerk. Bis heute sind die Jungs nie wieder an diese Klasse heran gekommen. Das Debüt Album "Runnin' Wild" war gut, lies aber fast überwiegend Solis und melodisches Gefrickel vermissen. Warum?! Hatte die Band doch ihr Können als astreinen AC/DC Klon bereits unter Beweis gestellt, musste man mit dem ersten Studio Album schon gewaltige Abstriche machen. Nachfolgend wurde es auch nicht besser. "No Guts No Glory" kam längst nicht an "Runnin' Wild" heran und "Black Dog Barking" stellt für mich einen Totalausfall dar. Erst im letzten Jahr mit "Breakin' Outta Hell" haben Airborune für mich ein wirklich richtig gutes Album rausgeschossen, denn darauf machte sich der altbewährte Sound wieder bemerkbar.

Eine Band also, die bisher ziemlich durchwachsen erscheint und ihren Ruf irgendwo nicht ganz gerecht wird. Schade ist auch die Tatsache, das man "Ready To Rock" in seiner Ursprungsform, nie eine zweite Chance zur großflächigen Veröffentlichung gegeben hat. Stattdessen wurden diverse Songs der EP neu aufgenommen und auf einzelne Studio Alben verteilt, die aber allesamt ihren Originalen nicht das Wasser reichen können. Der Titeltrack "Ready To Rock" wurde als Neuaufnahme erstmals auf dem Album "Black Dog Barking" veröffentlicht.
Weitere Neuaufnahmen wie "Dirty Angel", "Hotter Than Hell" und "Stand & Deliver" waren auf der nur als Download erhältlichen Special Edition von "Runnin' Wild" zu finden. Gerade die erst genannten Songs waren in ihrer Ursprungsform einfach göttliche Rocker, die in ihrer Neuaufnahme einfach nicht mehr den gleichen Flair besitzen und zu sehr ins neumodische abdriften. Schade! Aber wer aufmerksam im Netz stöbert, wird die EP von 2004 ganz sicher irgendwo finden.

Mit "Diamond Cuts" kommt nun ein Longplayer daher, der kein offizielles Studio Album darstellt, sondern sämtliche B-Seiten, bzw. Bonus Tracks und Neuaufnahmen beherbergt, die ehemals nur auf den Limited Editons der jeweilgen Studio Alben zu finden waren. Als wirklich "neu" erschließen sich für mich lediglich zwei Songs, deren Herkunft ich bis dato nicht ermitteln konnte. Eventuell sind jene wirklich nur als B-Seiten auf irgendwelchen Singles erschienen oder gar bis heute unveröffentlicht geblieben. Die Rede [...]

16
Okt.
2017
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Mit "Pinewood Smile" bringen die britischen Hard Rocker von The Darkness ihr nun 5tes Album auf den Markt. In Anbetracht, das ihr bis heute unübertroffenes Debüt Album "Permission to Land" aus dem Jahre 2003 schon fast 15 Jahre zurück liegt und erst 5 Alben veröffentlich wurden, erscheint die Ausbeute doch einwenig mager. Leider liegen auch 7 ganze Jahre dazwischen, in denen die Band quasi auf Eis lag - ja eigentlich garnicht mehr existierte, was mit den Drogen Problemen von Justin Hawkins zu tun hatte. Kurz nach "One Way Ticket To Hell" war dann erstmal - und aus damaliger Sicht allgemein für immer Schluss mit The Darkness.
Erst seit 2012 machte man wieder überraschend gemeinsam Musik und veröffentlichte mit "Hot Cakes" ein starkes Comeback. Danach versank ihre Musik etwas im Mittelmaß. "Last of Our Kind" war deutlich schwächer als all seine Vorgänger, aber das aktuelle "Pinewood Smilie" kann das Niveau wieder etwas anheben, ohne aber wirklich aus dem Überdurchschnitt heraus zu kommen.

Zwar startet die Platte mit dem herrlichen "All The Pretty Girls", welcher Song stark an die Debüt Single "I Believe in Think Called Love" von 2003 erinnert und typischer für The Darkness nicht sein kann, erhält aber dann wiederum den schnellen Dämpfer mit "Buccaneers of Hispaniola." Was man sich mit der Nummer gedacht hat, kann die Band wohl nur selbst beantworten. Justin Hawkins markant hohe Stimme wird hier zu allem Überfluss maßlos übertrieben und beginnt stellenweise zu nerven. Der Song zündet aber auch einfach nicht, selbst wenn man sich hier etwas mit dem Katzenjammer zurück gehalten hätte. Ein schlicht furchtbarer Song!
Als dann "Solid Gold" durch die Lautsprecher schallt, kann man anfangs über den vorherigen Totalausfall hinwegsehen, denn der Song ROCKT! Wäre er nur nicht der Einzige, der auf dem Standard Album wirklich reinhaut, würde man ihn auch sicherlich mehr feiern.

Mit "Southern Trains" hat man sich wohl an einem schnellen Rocker ala AC/DC Art versucht und eine harte Bauchlandung hingelegt. Gute Riffs mischen sich leider mit schlechten Lyrics. Da haut die ordentliche Härte die der Song zweifelsfrei aufweist, nichts heraus.
Dann wäre da noch dieses "Japanese Prisioner of Love", der Song nervt allerdings nicht weniger wie zuvor "Buccanneers of Hispaniola" und gehört ebenso vom Album verbannt.

Die Balladen "Why don't the Beautiful Cry" und "Lay Down With Me, Barbara", hingegen sind gelungen und auch "I Wish I Was In Heaven" - welcher Song endlich wieder nach typischen The Darkness Sound klingt, macht spaß.
Das anschließende "Happiness" ist für mich etwas schwierig einzuordnen. Klingt der Song doch eher wie so eine typische Chart Nummer im The Darkness Gewand und aufpoliert mit E-Gitarren. Erinnert teilweise an so Kack Band [...]

07
Okt.
2017
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Musketier Rock vom Feinsten. D'artagnan, die als Pioniers Band dieser neuen Spielart fungieren, melden sich in diesem Jahr mit ihrem zweiten Album "Verehrt und Verdammt" zurück. War der Debütant "Seid an Seid" noch ein wahrer Abgesang von Fließband Ohrwürmern, stellte der Nachfolger automatisch eine kleine Hürde dar. Wie hält man einem Niveau stand, wo wirklich jeder Song zum Mitsingen einläd? "Seid an Seid" war so ein Album, wo es jeder Titel direkt ins Ohr schaffte. Mit "Verehrt und Verdammt" haben das Trio rund um Ben Metzner (aka Prinz Hodenherz aus der Band Feuerschwanz) das Niveau des Erstlings nicht ganz erreicht, doch das soll nicht so negativ klingen, wie es sich im ersten Moment anhört. So ein Album wie "Seit an Seit" kann man nur schwer wiederholen. "Vehrehrt und Verdammt" hat dennoch definitv seine langerwartete Darseinsberechtigung und so zeigen Felix Fischer (aka Felix Taugenix bei Feuerschwanz), Ben Metzner (Hodi) und Tim Bernhard, das sie abseits vom Blödel Folk Rock, mit ihrer eigenen Band derzeit alles richtig machen.

Das Album beginnt gleich mit dieser Ohrwurm Granate "Neue Helden." Besser hätte man ein D'artagnan Album nicht starten können. "Denn neue Helden braucht das Land, mal verehrt und mal verdammt. Sie leben fort - jetzt und hier. Neue Helden so wie wir!"
Die Single "Jubel", steht dem Opener kaum nach und auch "Ich blick nicht zurück" macht ordentlich spaß. Mit "Ich steh' dir bei" haben D'artagnan sogar eine starke Ballade geschaffen, doch dann bricht das hohe Niveau leicht ein. "Die Nacht gehört zum Tanze", "Auf dein Wohl", "Wir schmieden das Eisen", "Das Mühlrad" sind lediglich als Album Fülltracks zu verzeichnen und die überflüssige Cover Version von "Was wollen wir trinken", hätte "Verehrt und Verdammt" am allerwenigsten gebraucht, auch wenn diese bislang wohl die spielfreudigste Version des Songs zu sein scheint.
Erst mit der Ballade "Legenden" kann sich das Album wieder fangen. Gefolgt vom lebendig, frischen "Schinderhannes" welches wieder ein absolutes Highlight darstellt. "Wer weiß" weiß ebenso nochmal ins Ohr zu gehen. "Das letzte Glas" braucht eine Weile, macht aber dennoch als Abschluss eine gute Figur.

Unterm Strich haben D'artagnan mit "Verehrt und Verdammt" einen guten Nachfolger präsentiert, welcher jedoch im Mittelteil schwächelt und somit an "Seid an Seid" nicht heran kommt. Dennoch, nirgendwo steht geschrieben, das man jedes Album toppen müsste. Mit dem aktuellen Werk kann man völlig zufrieden sein. Mit 8 guten und 5 weniger guten Tracks, liegt die Platte voll im Soll. Mantel und Degen Spaß in musikalischer Form bekommt man also auch hier wieder ordentlich geboten. Das dritte Album kann kommen.

07
Okt.
2017
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Arch Enemy feiern mit ihrem nun mehr zehnten Studio Album nicht nur ein kleines Jubiläum, denn auch musikalisch geht es für Schweden aktuell immer weiter nach oben. Einen großen Anteil daran trägt nicht minder Front Frau Alissa White Gluz, denn die werte Dame sieht nur nicht nur gut aus, sie weiß sich auch enorm zu vermarkten. In diesen Tagen gibt es wohl kaum ein Metal Magazin, dessen Cover nicht mit ihr geprägt ist. Frauen sind im Metal ja ohnehin eher als Exoten zu verzeichnen, aber Frauen die auch noch growlen, kann man mit Sicherheit an einer Hand abzählen. Mit grünen Haaren und auffälligen Look schreit (äh pardon growled) das ja gerade zu nach publicity. Aber auch in anderen positiven Kriterien wie Tierschutz und co. weiß sich Alissa zu promoten, so das sie nicht gerade zu unrecht derzeit mit Arch Enemy im Rampenlicht steht, wie sonst niemand.
Fakt ist aber auch, das die Band mit Allisa White Gluz einen enormen Schub bekommen hat. Die musikalische Ausrichtung ist wesentlich spielfreudiger und melodischer geworden, ohne an Härte zu verlieren. Ich persönlich habe die Band erst mit Alissa für mich entdeckt. Mit ihrer damaligen Vorgängerin Angela Gossow, konnten mich Arch Enemy nie wirklich vom Hocker reißen.
Mit "Will To Power" ist nun ein Album entstanden, das sicherlich die Fanlager irgendwo spalten wird. Arch Enemy beweisen nämlich das Death Metal nicht nur Grunz Grunz und Knall Donner Peng sein kann, sondern ähnlich wie bei Amon Amarth, die Nummern auch wirklich ins Ohr gehen können. Dafür verantwortlich zeigt sich zum einen Gitarrist Michael Amott, den man "im ersten Sinn" mit Michael Schenker oder Gary Moore vergleicht, da sein Gitarren Spiel allein schon wortlos ganze Geschichten erzählt. Zum anderen natürlich Alissa White Gluz, die den Songs nicht nur ihren Stempel aufgedrückt, sondern auch eine Seele verliehen hat.
Und auch wenn das Album noch mit typischen Arch Enemy Stoff wie "The Race" beginnt, wird mit "Blood in the Water" schnell klar, in welche Richtung man sich mit dem restlichen Album bewegt. Melodisch, epische Solis und selbst die Growles lassen sich mitpfeifen. Absolute Melodic Death Metal Granaten wie "The World is Yours" (1 Millionen Klicks in 2 Tagen auf Youtube!) und "The Eagle Flies Alone" morphen Arch Enemy entgültig auf ein neues Level. In "Reason To Believe" beweißt Alissa wieder einmal, das sie sogar wirklich singen kann. In der Death Metal Ballade geben sich zarte Gesangseinlagen mit harten Growles die Klinke in die Hand. Eine interessante Variante, die Arch Enemy in Zukunft noch einige Türen öffnen könnte. "Murder Szene" ist wieder so eine typisches Amott/Gluz harmonierte Melodic Growl Nummer, geprägt von geilen Solis. "First Day in Hell" könnte man wohl am ehesten als Doom Deather beschreiben. Midtempo Riffs und langatmige tiefe Growls.
Mit einem epischen Solo begin [...]

10
Sep.
2017
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Die Bremer Folk Musikanten aus dem Hause Versengold befinden sich zurzeit in einem rapiden Wandlungsprozess. Vom üblichen Lagerfeuer Folk ist wahrlich nicht mehr viel übrig geblieben. Stattdessen setzt man mittlerweile auf treibende Partyhymnen, wie das neue Album "Funkenflug" eindrucksvoll beweißt. Das nun 9te Studioalbum der Band ist wahrlich nicht zu unrecht auf Platz 2 der Album Charts eingestiegen, denn hier jagd ein Ohrwurm den Nächsten. Genau genommen ist die komplette Scheibe ein riesig großer Spaß, der an einem Stück ins Ohr geht und dort auch noch lange bleiben wird. Dabei ist es völlig egal welchen Song man speziell ansprechen würde. "Funkenflug" ist ein einziger Anspieltipp und musikalisch sowie vielseitig mehr als gelungen. Dennoch sind "Niemals sang - und Klanglos", "Funkenflug", "Haut mir kein' Stein", "Solange jemand Geige spielt", "Verliebt in eine Insel" und "In aller Ohr" als ganz klare Highlights zu nennen. Nichtsdestotrotz wird das Album - auch wenn es die Fan Lager sicherlich spalten wird - als wohl als das Beste in der Geschichte von Versengold eingehen. Am Ende der 14 Tracks wird man sich nämlich zu recht die Frage stellen, ob man das überhaupt noch toppen kann. Gehts noch besser? Uns reicht es vollkommen. Daher werden heute keine großen Worte gemacht. Lasst einfach die Musik sprechen und tanzt durch den Funkenflug. Da könnt ihr nichts falsch machen.

In diesem Sinne,

Macht die Feuer an
Lass sie lodern bis zum Himmel
mach die Nacht zum Tag und dann
ist es vielleicht hell genug
Macht die Feuer an
der Spaß ist lange nicht vorbei
Wir drehen auf, wir drehen frei
Und tanzen durch den Funkenflug


Wir bleiben am Ball und sind sehr gespannt, wohin die musikalische Reise noch führen wird.

01
Sep.
2017
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Die Piraten sind wieder da! Herrlich funkig und spielfreudig, gespickt mit den üblichen Prologen, erscheint das neue Album "Tortuga" von Mr. Hurley & die Pulveraffen. Bisher waren "Affentheater, Grog'n'Roll (wie die Band selbst auch ihren Stil beschreibt) und "Voodoo" eher durchwachsene Alben. Hin und wieder blitzte die Qualität der Band auf, im großen und ganzen besaß der Stoff aber noch viel Luft nach oben. Erst mit der EP "Plankrock" konnte die Band eine wirkliche Perle hinlegen, indem man alte Klassiker nochmal mit E-Gitarren neu aufgenommen hatte. Doch in diesem Jahr scheint es nun auch endlich mit einem versierten Studio Album geklappt zu haben. "Tortuga" macht nämlich richtig Laune.

Auch wenn der Opener "Totgelacht" nicht so wirklich überzeugen mag, sollte man sich keinem vorschnellen Urteil hergeben. "Achtung, Fertig, Prost" lässt nämlich direkt im Anschluss alle Ruder umdrehen und präsentiert eine lustige Nummer die so schnell nicht aus den Ohren heraus will. "Alle Mann, legt an, hebt die Becher, hebt sie hoch, Alle Mann, legt an, Achtung, Fertig, Prost!" Eine Sauflied erster Güte. Der Titeltrack "Tortuga" darf ebenso als gelungen bezeichnet werden und wird sich durchaus im Ohr festsetzen. Mit "Ich Kanone Dich nicht leben" kommt ein kleines Wortspiel auf die Ohren, in dem es sich die Pulveraffen nicht nehmen lassen, eine Liebeserklärung an eine Kanone abzugeben. Erfrischend bekloppt. Zwischendurch wird es auch mal ernster mit dem Song "Trau keinem Piraten", oder "Was du kriegen kannst", doch das man in der Sparte nur mal eben kurz halt gemacht hat, zeigen gleich die nächsten Nummern. "Gib den Affen Zucker", "Das Letzte" und auch "Schlechtes Vorbild" sind typische, mit einem Augenzwinkern versehende Pulveraffen Songs mit Ohrwurm Garantie + einem Kinderchor im Mittelteil des letztgenannten Titels. Mit "Wär' ich Gouverneur" kommt sogar eine lediglich durch ein Klavier begleitete Quatsch-Ballade daher, die es in dieser Form bei den Pulveraffen auch noch nicht gegeben hat.
"Mit'n Schwert" geht irgendwie nur schwerlich ins Ohr. Vermutlich gewöhnungsbedürftig. Dafür wird man mit "Was du kriegen kannst" und der "Der Haifisch" wieder gut unterhalten. Zum Abschluss geben die Pulveraffen mit "Gute Nacht Tortuga" nochmal eine amüsante Ballade zum Besten. Als Bonus hat man dann auch nochmal den Klassiker "Blau wie das Meer" als 2017er Version neu aufgenommen und angehängt. Allerdings klingt der Song heute wie damals nicht wirklich neu. Mein Favorit bleibt nach wie vor die Rockversion von der "Plankrock" EP.

Unterm Strich ist "Tortuga" nicht nur gelungen, sondern auch definitv als bestes der bisher 4 erschienenden Alben zu verzeichnen. Die Band hat s [...]

31
Aug.
2017
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Als Accept in diesem Jahr als Headliner mit Orchester auf Wacken auftraten, um in einer speziellen Show ihr neues Album "Rise of Chaos" vorzustellen, konnte man entweder voller Vorfreude die Band abfeiern, oder schon mal gedanklich schreiend weglaufen. Ich persönlich bevorzuge letzteres. Nicht wegen Accept und schon garnicht wegen dem neuen Album "The Rise Of Chaos", aber Metal und Klassik sind 2 Genres die niemals vermischt gehören und eher einer Totsünde gleichkommen. Leider scheint sich dieser Trend immer mehr im Genre zu vereinmahmen. Dimmu Borgir haben es getan, Kiss haben es getan, Saxon und sogar die Onkelz kamen schon auf die glorreiche Idee, ihre Musik zu verschandeln. Und auch wenn ich persönlich nicht auf Wacken war, die kostenlosen Livestreams konnte man zum Glück ja mitverfolgen und jener von Accept war einer der wenigen, die man sich traurigerweise einfach nicht ansehen konnte. Kein Druck, kein Metal, kein Accept! Nur klassische Leiher. Man darf (nicht!) gespannt sein, wer als nächstes dem Mode Trend verfällt und wo die Gitarren abermals im Violinen Gedudel untergehen. Einfach grässlich.

Sehen wir von der Wacken Katastrophe einmal ab, ist zumindest "The Rise of Chaos" nichts negatives anzulasten. Ganz im Gegenteil. Accept legen nach ihrer mittlerweile dritten Reformierung anno 2009 einen Kracher nach dem anderen hin, denn seit Marc Tornillo statt Udo Dirkschneider am Mic steht, hat die Band endlich mal eine konstante Ära eingeleitet.
Hier kann man immer nur wieder betonen, das es für beide Parteien (Hoffmann/Dirkschneider) besser gewesen war, getrennte Wege zu gehen. Obwohl Accept für viele heutiger Bands eine Art Pioniersarbeit geleistet haben, kam für mich persönlich, die Band nie aus dem Durchschnittsniveau heraus.
Ohne Dirkschneider waren Accept einfach plötzlich besser, was aber keine geringere Wertschätzung an seiner Person darstellen soll. Jener katapultierte nämlich seine eigene Band U.D.O. nach dem Ausstieg bei Accept nochmal auf ein völlig neues Level und brachte wahre Killerriff Granaten auf den Markt. "Dominator", "Rev Raptor", "Decadent", um sie mal beim Namen zu nennen. Doch bleiben wir mal bei Accept.
"Blood of the Nations" leitete eine völlig neue Ära ein. "Stalingrad" und "Blind Rage" standen dem im Nichts nach. Und nun kommt mit "The Rise of Chaos" eine weitere Scheibe daher, die sich problemlos an diese Metal Perlen anreihen kann. Da scheint es auch recht wenig bis garnicht am Sound gekratzt zu haben, das Herman Frank und Stefan Schwarzmann mittlerweile ausgestiegen waren, denn solange Hoffmann und Waltz am Ruder stehen, klappts auch weiterhin mit Accept.

Der Opener "Die By The Sword", der einwenig an "Stampede" erinnert, stampft in gewohnter Marnier vorweg. Ebenso scheint man mit "Analog Man" in der Vergange [...]

22
Aug.
2017
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Thrash Metal Fans aufgepasst: Hier kommt ein echter Geheimtipp. Vier harte Kerle aus Schwerin veröffentlichen am 11.09.2017 ihren neuen Longplayer "Judas Evangelion" über Rock Zone Records. Trail of Blood nennt sich die hier besagte Melodic Thrash Metal Kapelle und bringt mit ihrem dritten Album einen echten Kracher auf den Markt. Als Partner von Rock Zone haben wieder einmal die Ehre, vorab unsere Lauscher über den Plattenteller horchen zu lassen und sind vom Ergebnis regelrecht begeistert.

Freunde der harten Klänge sollten sich vom "Melodic" nicht abschrecken lassen, "Judas Evangelium" prügelt sich ordentlich durch die Lautsprecher und muss sich keinesfalls vor diversen Genre Größen verstecken. Gerade der Opener "Create and Deny" zeigt dem Kenner deutlich auf, in welche Richtung es hier geht. Krachende Drums, schnelle Riffs, Thrash vom feinsten. Abgerundet werden die Tracks durch melodische Solis und wildes Gefrickel. Ansonsten herrscht brachialer Bleifuß. "Burn Salem Burn" und "OV Lambs and Snakes" hauen genau in diese Kerbe und entfachen ein wahres Drum Gewitter.

Auffallend ist die Länge der einzelnen Songs. So ist der Längste Titel auf "Judas Evangelion" gerade mal knapp über 4 Minuten lang, während es eigentlich im Thrash Metal völlig normal ist, das eine Scheibe 5 - 7 Minuten daher kommt. Das soll aber alles andere als negativ daher gesagt sein. Die 11 Tracks sind kurz, aber dafür knackig.

Der Titeltrack "Evangelion" überzeugt durch Tempowechsel und melodischen Chorus. "Cult" stampft gnadenlos vorsich hin und das ruhige Instrumental Stück "The Power & The Glory Forever Amen" bringt zur Mitte des Albums etwas Erdung in Angelegenheit. Kurz durchschnaufen und dann volle Breitseite weiter auf die 12!
Weiter gehts mit "The Pessimist". Viel Tempo Wechsel, fast and loud. Nichts neues, aber verdammt gut geschräddert und mit Sicherheit eines der Highlights auf "Judas Evangelion."

Auch beim mittlerweile 8ten Titel kommt keinerlei Ernüchterung auf. "Bloodstorm Reprise" wirkt sogar noch deutlich besser als sein Vorgänger. Der Knaller schlechthin stellt aber "To hell with his Kingdom" dar. Da drehen sich die Headbang-Propeller mit 1000 PS, bis der Nacken bricht.
"Shame of Satori" hingegen wirkt vergleichsweise leider nicht ganz so stark wie der Rest des Albums, siedelt sich aber dennoch definitiv im oberen Durchschnitt an.
Zum Abschluss gibts noch ein paar Nägel. Mit "Nails" will uns die Band nochmal die optimale Zerstörung näher bringen - eben so wie "Judas Evangelion" schon begonnen hat. Eine knallharte Nummer.

Unterm Strich präsentieren uns Trail of Blood ca. 40 Minuten lang geballte Thrash Metal Power. Das Album ist zwar nicht sonderlich abwechselungsreich, muss es aber auch garnicht sein. Die [...]

18
Aug.
2017
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6 Jahre nach "Welcome 2 my Nightmare" meldet sich Oldschool Schockrocker Alice Cooper mit einer neuen Scheibe zurück, doch das Ergebnis ist auch nach über 20 Jahren weiterhin ernüchternd. Schließlich ist seit "Hey Stoopid" keine Platte mehr erwähnenswert gewesen und dieser Longplayer erschien sage und schreibe im Jahre 1991.

Mit "Paranormal" wird der Abwärtstrend in Reihenfolge seit besagtem Jahr fortgeführt. Zwar hat sich der gute Alice diesmal ein paar Namenhafte Gast Musiker zugelegt (erwähnen muss man sie ja) doch wie das immer so ist, reißen auch ein Haufen Stars nichts heraus, wenn die eigentliche Struktur völlig ideenlos ist. Da bringt es herzlich wenig, das sich Larry Mullen Jr. (U2), Billy Gibbons (ZZ TOP) und Roger Glover (Deep Purple) auf "Paranormal" die Ehre geben. Das Ergebnis ist schlicht langweilig und außer dem Song "Fireball", kann man auch diese neue Platte wieder einmal vergessen. Doch wenn man sich mal vor Augen hält, das Alice Cooper ohnehin nur 5 goldene Jahre und 4 grandiose Alben hatte (1986 - 1991), dann sollte man den Dauermüll auch langsam gewohnt sein.

Unterm Strich bleibt mal wieder nur Garagen Rock, statt Megahits. Mit 69 Jahren sollte man sich langsam mal Gedanken um die Rente machen, denn genau genommen hätte Alice diese schon nach 1991 antreten können. Schade drum, denn seither herrscht ein regelmäßiges Trauerspiel.

23
Jul.
2017

Edguy - Monuments (2017)

23. Jul 2017 12:19 » von The Count

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Ein Best Of der anderen Art. Normalerweise sind Best Of Alben ein von Haus aus überflüssiges Sammelsurium. Werden hier doch so gut wie nie die Besten Hits, sondern nur die kommerziell erfolgreichsten Titel auf eine Platte gepresst, die ohnehin niemand braucht. Schließlich haben Edguy nicht zum ersten mal eine Best Of Scheibe veröffentlicht und jeder Fan hat sowieso alle Studio Alben zuhause.

Doch Tobias Sammet und seine Truppe sind ja auch nicht auf den Kopf gefallen und bedienen sich dem neuerdings schon gängig werdenden Appetithappen. Wie bringt man eine überflüssige Best Of am besten an den Mann? Richtig, man packt noch ein paar komplett neue Songs dazu, die sonst auf keinem Album zu finden sind oder je zu finden wären. Schon ist ein Sinn im Unsinn gefunden, der wieder Geld bringt.
Meist sind diese neuen Songs eher lieblos, qualitativ gering und lediglich als Mittel zum Zweck mit an Bord, so das man auch als Kenner eigentlich nicht mehr auf die Cash Cow herein fallen sollte.

Dennoch, auf "Monuments" sollte man einen Blick werfen, denn Geldmacherei hin oder her, die 5 neuen Songs sind großartig geworden und stellen keinesfalls ein unnötiges Füllmaterial dar. Darüber hinaus gibt es noch ein unveröffentliches Überbleibsel des ersten Edguy Albums "Savage Poetry." Streng genommen kann man hier also sogar von 6 neuen Songs sprechen. "Reborn in the Waste" klingt natürlich ziemlich roh und ganz eindeutig nach den Anfangszeiten der Power Metaller. Trotzdem hat das Ding seinen Charme und ist als ältester - alt/neuer/unveröffentlicher Song erst ganz am Ende des Albums zu finden.

Doch Sprung ins Hier und Jetzt: "Ravenblack" hätte auch durchaus auf dem nächsten Avantasia Album platz gehabt. Wenig überraschend ist es ja mittlerweile, das sich Edguy und Avantasia musikalisch immer mehr annähern. Das hat Tobias Sammet mit seinen 2 Bands früher doch weitaus eigenständiger hinbekommen. Wie dem auch sei, der Opener macht Laune. Ebenso das rockende "Wrestle the Devil", das durch schwere Riffs ins Ohr fällt und "Open Sesame", welches mit einem starken Refrain überzeugt.
Die anderen neuen Songs lehnen sich bewusst oder unbewusst eher an ältere Edguy Zeiten an. "Landmarks" und "The Mountaineer" hätten nämlich auch gut in die "Mandrake" oder "Hellfire" Ära gepasst. Beide gehen direkt ins Ohr und bestechen durch Qualität.

Unterm Strich muss man der Band an dieser Stelle ein Kompliment machen. Geld ist eben doch nicht alles. Hier hat man sich offensichtlich bemüht, den Leuten auch wirklich etwas zu bieten und mit 6 neuen Songs schon quasi ein halbes, neues Edguy Album mit auf den Best Of Unsinn gepresst. Das rechtfertigt zwar immer noch nicht den Kauf, aber glücklicherweise kann man sich die neuen Songs ja auch via Amazon und co. als MP3 herunter laden. Alles andere ist nur für Hardcore Fans [...]

23
Jul.
2017

Orden Ogan - Gunmen (2017)

23. Jul 2017 10:31 » von The Count

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Orden Ogan - Power Metal aus dem Sauerland. Eine Band die ich schon seit ihrem Debüt in Eigenproduktion "Testimonium A.D." aus dem Jahre 2004 verfolge, bringt nun ihr schon sechstes Studio Album auf den Markt. In den 13 Jahren hat sich verdammt viel getan. Die Jungs sind enorm gereift und haben sich auf jeder neuen Platte weiter entwickelt. Als vor 2 Jahren mit "Ravenhead", das für mich persönlich, bis heute, beste Orden Ogan Album erschien, war mir eigentlich schon fast klar, das man dieses Werk nicht mehr toppen könnte. Nimmt man etliche Kritiken im Netz für wahre Münze, haben Orden Ogan es mit dem aktuellen "Gunmen" tatsächlich geschafft. Ich selbst bin da hin und hergerissen. Man kann natürlich auch hier wieder von einem Meisterwerk sprechen, denn was die Arnsberger auf "Gunmen" abliefern, ist mehr als beeindruckend. Dennoch entpuppt sich mir das Gesamtwerk für meinen persönlichen Geschmack etwas zu überladen, denn aus den Gesangspassagen ist einfach ein ganzes Pfund zuviel "Tralla Tralla" geworden. Symphonic Metal lässt grüßen. Man höre sich hier nur einmal "Fields of Sorrow" an, deutlicher kann man es nicht beschreiben.

Und auch wenn ich hier meinen eigenen Dissens hege, hat "Gunmen" eine konstruktive Kritik verdient, denn ansich ist die Scheibe großartig geworden. Die Instrumente sitzen und das Gesamtpaket weiß auf eine Art auch wirklich zu überzeugen. Musikalisch kann man der Band eigentlich nichts vorwerfen. Wären da nicht für meinen persönlichen Geschmack viel zuviel Keyboard Geklimper und der extrem hohe Gesang, würde ich dem "Meisterwerk" meinen Segen geben. Doch das "Problem" zieht sich quasi durch das komplette Album. Ob "Down Here", "Come with me to the Other Side" oder der Titeltrack "Gunman", man kommt sich langsam vor wie in einer Metal Oper und das ist mir einfach eine Spur zu viel des Guten.

Anspieltipps sind "Forlorn and Forsaken", wo sich das Geträller hingegen aller anderen Tracks noch um einiges zurückhält, der großartige Abschluss "Finis Coronat Opus" und vielleicht noch "Vampires in Ghost Town."

Unterm Strich kann man hier geteilter Meinung sein. Musikalisch wirklich großartig, gesanglich eher hart an der Schmerzgrenze - Es bleibt wie immer Geschmackssache. So wird "Gunmen" ganz sicher die Gemüter spalten. Auf der einen Seite als Meisterwerk verschrien, auf der anderen Seite einfach eine Oktave zu hoch.

02
Jul.
2017
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Den bekanntesten huldigern von AC/DC (den Göttern aller Götter!) gehören heute Airbourne aus Australien, 77 (Seventy Seven) aus Spanien und eben Ohrenfeindt aus Deutschland an. Letztere aus St.Pauli sind meiner Meinung nach auch der Beste Nachklapp des Rock'n'Roll Schlachtschiffs rund um Angus Young. Waren mir Airbourne einfach zu Zeitgemäß und 77 nach ihrem ersten Album nur noch langweilig, macht das Norddeutsche Trio seit bald nun 14 Jahren alles richtig. "Zwei Fäuste für Rock'n'Roll ist mittlerweile das siebte Studio Album von Chris Laut und seinen Mannen und noch immer geht das Konzept voll auf. Schließlich klebt an jeder Platte richtig Herzblut und Charakter. Das merkt man auch dem aktuellen Album wieder enorm an.

Der funkige und ebenso geniale Opener "Deine Mudder singt bei Lordi" lässt direkt die Kniescheibe wackeln. Da öffen sich sogar Bierflaschen wie von selbst und ehe man sich versieht, hat man auch schon die Kutte übergeworfen. Die Heavy Rock Nummer "Starkstrom Baby" (auf Metanol) grooved einfach nur fett.
"Wanda Wondergirl, "Dreh dein Radio auf" oder der Titeltrack "Zwei Fäuste für Rock'n'Roll" sind allesamt Songs, wo das Rock'n'Roll Herz im Takt aus dem Brustkorb springt.
Vorallem das flotte "König und Rebell" lässt einem den Straßenteer auf der Zunge zergehen. Fenster auf, Radio bis auf Anschlag und rauf auf die Autobahn! "Irgendwann" ist der persönlichste Song auf dem Album und bietet dazu auch noch ordentlich Ohrwurm Charakter.
Und natürlich lassen es sich die Drei auch nicht nehmen, den obligatorischen FC. St. Pauli Fan Song - In diesem Fall "20359" - bei zu fügen, wie man ihn fast auf jedem Ohrenfeindt Album findet. Das besondere daran ist jedoch immer wieder, das selbst auch Nicht-Fans vom FC, mit den Songs Spaß haben können.
Zum Abschluss gibts noch "Koks und Noten". Ein Blues Rock Song der dieses wirklich fantastische Album perfekt abschließt.

"Zwei Fäuste für Rock'n'Roll" wird seinem Namen nicht nur mehr als gerecht, sondern präsentiert sich auch als das Beste Ohrenfeind Album, seit dem Line Up Wechsel mit Andy und Keule. Laut und Abwechselungsreich, aber stets Bodenständig. Tanzbare Blues Einlagen ("Zu Früh"), Hochgeschwindigkeits Rock'n'Roll ("So nicht"), bishin zu groovenden Heavy Rock Einlagen ("Starkstrom Baby") ist alles dabei. Der Hörspaß ist einfach gigantisch. Andy, Chris und Keule waren sehr spielfreudig und solche Bands wie Ohrenfeindt haben ohnehin grundsätzlich eine Luke in der Bühne eingebaut, damit man die 6-Saitige Krawallgeige noch viel tiiiieeefer hängen kann! ;)

In diesem Sinne,
BÄM BÄM! Hoch die Tassen und einmal einen doppelten Baldrian auf Eis, denn DAS ist Vollgas Rock'n'Roll! ...und Prost!

11
Jun.
2017
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Das Trio von Nitrogods ist wieder da und schiebt diesen Sommer nun ihr drittes Album nach. Rock'n'Roll auf Speed - Ähnlichkeiten mit Motörhead sind völlig beabsichtigt und genau aus diesem Grunde macht die Band auch soviel Spaß. Da ist es im Grunde auch relativ zweitrangig, das dass aktuelle "Roadkill BBQ" sehr durchwachsen daher kommt. Gute, sowie halbgare Songs im ständigen Wechsel, geben sich quasi die Klinke in die Hand, dennoch hat die Platte mit 8/7 von 15 Tracks noch ein leicht positives Verhältnis und diese 8 Rock'n'Roll Granaten gehen ordentlich ab.

Dennoch könnte man der Band ihre geringe Eigenständigkeit bemängeln, schließlich klingt kein Riff wirklich neu. Alles ist irgendwo schon mal dagewesen - größer, cooler und besser. Trotzdem gehe ich immer mit der Faustregel konform - besser gut geklaut, als schlecht selbst gemacht. Und so klingen Nitrogods - oder Motörhead 2.0. wie ich sie gerne nenne - durchaus ordentlich. Man nehme nur die schnellen Rocker "Bad Place Wrong Time, "Rancid Rock", "Race to Ruin" und "Russian Rocket" als Maßstab, die auch aus Lemmy's Feder hätten stammen können. Das unheimlich treibende "Boogeyman" erinnert nicht weniger an alte Motörhead Zeiten. Das Riff/Bass/Drum Gewitter "Wheelin" setzt sogar Druckvoll noch einen drauf und mit "A Los Muertos" wurde sogar überraschenderweise eine Nummer komplett in Spanisch aufgenommen.

Aber man begibt sich nicht nur auf Motörhead's Pfaden. Der chillige Titeltrack "Roadkill BBQ" oder das Blues Rock Stück "My Love's A Wirebrush" sind ganz im Stile von AC/DC, gehalten, welche mich aber nicht so sehr überzeugen konnten. Besser gelingt es den Nitrogods in "Did Jesus Turn Water Into Beer." Stark an Rose Tattoo angelehnt, überzeugt der Abschlussrocker durch cooles Riffing und einem Augenzwinkern in den Lyrics.
Insgesamt ist "Roadkill BBQ" durchaus zu empfehlen, auch wenn hier weniger mehr gewesen wäre. Die insgesamt 15 Tracks halten nicht immer auf gleichen Niveau stand, aber wer Rock'n'Roll ala Motörhead vermisst, ist mit den Nitrogods bestens bedient und sollte sich die Band unbedingt einverleiben.

Und wenn man jetzt noch den Faktor dazu zählt, das die Lemmy Truppe in den letzten 20 Jahren kaum noch etwas gescheites auf den Markt gebracht hatte, dann sind Nitrogods ein wahrer Segen. Der Sound ist komplett in der guten alten Zeit angesiedelt, zwar kaum eigenständig, was sie aber auch nicht müssen und vorallem auch nicht immer die Beste wahl ist, dafür aber überzeugend und besser als es Lemmy und co in den letzten 2 Jahrzehnten je waren. Rock On!

11
Jun.
2017
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Seit dem 26.05.17 steht die neue "Live in Dortmund II" der Frankfurter Rocker in den Regalen der Kaufhäuser. Am 27.05.17 holte Dortmund den DFB Pokal gegen Frankfurt wieder in die Fußball Hauptstadt Nr. 1. Bedeutet also gleich 2 Tage feiern in Dortmund? ;-)

Zumindest die beinharten Onkelz Fans werden es sich nicht nehmen lassen, die neue Live Scheibe zu kaufen. Ob man diese aber wirklich braucht, sei mal dahin gestellt. Ich persönlich bin weder ein großer Fan der Onkelz, noch generell von Livescheiben. Zugegeben, die Live in Dortmund I zählt definitiv zu den besten Live Alben überhaupt und wenn man überhaupt Live Alben haben muss, dann sollte diese definitiv dabei sein. Dennoch widerholt sich hier einfach nur eine Geschichte, die längst nicht an die alte Klasse heran kommt. Die Onkelz waren - ok sind sie eigentlich immer noch - Live eine Wucht, warum überzeugt dann "Live in Dortmund II" nur bedingt? Ganz einfach: Zum einen ist die Track Auswahl nicht sonderlich spektakulär. Bekommt man doch immer wieder die gängigen Songs auf die Ohren, die man schon auf anderen Live Alben mehr als genug gebracht hat. Einziger neuer alter Song den man Live noch nicht erleben durfte ist "Schutzgeist der Scheiße", aber den hätte man sich auch sparen können. Ansonsten wurde noch einiges vom neuen Album "Memento" gespielt, was auch so zu erwarten war und letztendlich der einzig lohnenswerte Grund für "Live in Dortmund II" darstellt.

Unterm Strich bleibt ohne Fanbrille nur zu sagen: Braucht man nicht. Als Live Album ist die neue "LIDII" durchaus in Ordnung, jedoch ohne viel neues zu bieten. Wer wirklich >>>Lieder wie Orkane<<< will, sollte bei "Live in Dortmund I" oder "Live in Frankfurt" bleiben, die machen insgesamt doch wesentlich mehr Spaß und mehr Onkelz Live ist auch absolut nicht nötig.

08
Jun.
2017
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Hier kommt Sachenrock! Was das ist? Na eben Rock aus Sachsen. Oder aber auch eine Eigenkreation eines neuen Genres im Deutschrock Bereich. Und wer schon Sachsenrock spielt, der kommt logischerweise eben auch von dort. Die Band Außensaiter wurde 2014 ins Leben gerufen und nur knapp 3 Jahre später veröffentlichen die 4 Jungs schon ihr erstes Album, was sich durchaus als gelungen betrachten kann. "Als wir noch Kinder waren" besticht nämlich durch starke Texte, klangvolle Melodien und ein paar jungen Musikern, die mit ihrem Debüt schon ordentlich beweisen, das sie eine Menge drauf haben.
Ob nun das melodische "Als wir noch Kinder waren", oder das sehr Bass betonte "Meine Seele für ein Feuer", sowie die beiden Ohrwürmer "Am Ende sehen wir das Licht" und "Wir bleiben eins" - stark sind sie allesamt. Auch der Rest des Albums kann sich definitiv hören lassen und als kleines Schmankerl gibt es zum Schluss sogar noch die musikalische Schellte gegen ständige Alltagsidioten, die immer noch meinen Deutschrock wäre rechts. "Leckt uns am Arsch" bringts voll auf den Punkt und zieht dumme möchtegern Pseudomoraliker mit einem IQ von einem Deoroller mal flux verdient ins Lächerliche.

"Diese Idiotie verstehen wir nie. Fehlt ihnen der Wert an Philosophie? Kann man die Dummheit gedeihen sehen? Kann man die Traurigkeit weinen sehen? Diese Idiotie verstehen wir nie!"

"Als wir noch Kinder waren" ist ein rundum gelungener Start der Außensaiter, die ruhig noch einwenig an härteren Riffs feilen sollten. Ansonsten kann man mit den Sachsen nichts falsch machen.

08
Jun.
2017
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Einst als Onkelz Cover Band gestartet, sind Kneipenterroristen mittlerweile eine feste und eigenständige Größe im Deutschrock Genre. Dennoch konnte mich die Band bisher nicht wirklich in ihren Band ziehen. Als mit "Schneller Lauter Härter" dann eine Scheibe in druckvolleren Gefilden angepriesen wurde, die im Soundgewand eines Onkelz/Motörhead/ACDC Stilmix durch die Boxen wummert, beschloss ich der Truppe eine neue Chance einzuräumen. Und siehe da, ich wurde tatsächlich nicht enttäuscht. Kneipenterroristen haben ein wuchtiges, reifes Scheibchen produziert, das die Band nochmal auf ein neues Level hievt. "Schneller Lauter Härter" ist Rock'n'Roll auf Speed - ein totaler Abgesang auf alte Helden, Legenden und Götter des Genres. Zwar gelingt ihnen es nicht immer, jeden Song stimmig herüber zu bringen (vorallem der Opener und Titeltrack ist für meinen Geschmack ziemlich schwach geraten) doch haben die Hamburger mit ihren 14 Songs reichlich überzeugendes Material an Bord, das jede Menge Spaß bereitet.

Als absolute Highlights und unbedingte Anspieltipps erweisen sich "Endlich voll...jährig", die Hymne "Betrunkene und Kinder", das sehr Onkelz-nahe "Lasst uns die Welt erobern", die Homage an Bon Scott "Wahre Götter" und der gelungene Lokalkolorit "Hamburg (Mein Zuhaus)."

Unterm Strich ist "Schneller Lauter Härter" also durchaus empfehlenswert, denn die Kneipenterroristen haben die Kurve bekommen und werden endlich erwachsen. Hoch die Gläser und weiter so.

07
Jun.
2017
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Zum fünften mal werden die Blödel Metal Piraten von Alestorm auf die Welt losgelassen und bringen erneut eine ganze Schiffsladung Spaß mit an Land. Chris Bowes und seine Crew haben sich sogar musikalisch weiter entwickelt und räumen ihren Riffs und Solis neue Ansätze hinzu. Entstanden sind hier wahrlich neue Elemente des Wahnsinns, die stimmig wie auch humorisch zu überzeugen wissen. Stücke wie der Titeltrack "No Grave but the Sea", "To the End of the World", Man the Pumps" oder "Treasure Island" beweisen, das Alestorm es durchaus auch mal ernst meinen können.

Wirklich Spaß machen aber die Fan Hymne "Mexico", das selbst betitelte "Alestorm", "Bar und Imbiss", "Pegleg Potion" und vorallem das nicht mehr aus dem Kopf wollende "Fucked with an Anchor". Was habe ich gelacht. Songs die auch völlig nüchtern erheitern können gibts hier am Fließband. Und wer davon noch nicht genug hat, kann sich dann auch noch die Bonus Tracks geben, denn hier wurde das komplette Album nochmal "for Dogs" nachgeschoben. Was das heißt? Ganz einfach, zu den lustigen Melodien growled diesmal nicht Chris Bowes, sondern HUNDE! Ja ihr habt richtig gelesen - Hunde bellen im Takt zu jedem Song, damit auch alle Vierbeiner an Deck ihren Spaß haben. Das ganze ist so herrlich bekloppt, das es schon wieder geil ist.

Insgesamt bleiben Alestorm zwar Geschmackssache, aber Fans der Piraten können sich auf den absoluten Höhepunkt der Blödel Metaller freuen.

07
Jun.
2017
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250 Beats pro Minute! Extrem-Power Metal - so wie ihn nur Dragonforce spielen können. Drei Jahre nach "Maximum Overload" kehren Ausnahme Gitarrist Hermann Li und die (gefühlt) schnellste Band der Welt zurück auf die Bühnen dieser Erde.

Auf den ersten 5 Alben hatte die Band ihre enorme Geschwindigkeit zelebriert. Mit "Maximum Overload" ging man sogar noch einen Sprung weiter und versuchte zum einen - ganz dem Namen entsprechend - völlig zu überdrehen. Noch schneller, noch willder - völlig irre! Zum anderen arbeitete man aber auch schon an einem gewissen Abwechselungsreichtum. Wirkte "Maximum Overload" letztendlich dennoch teils überspielt und etwas zuviel des Guten, scheinen Dragonforce auf "Reaching into Infinity" in den meisten Songs die perfekte Mitte gefunden zu haben, denn auch hier wird an die Richtung des Vorgängers angeschlossen, allerdings ohne den Hang zur Übertreibung. Das allseits bekannte und beliebte Over the Top Riffing und Blastbeat in Überschallgeschwindigkeit, werden hier gekonnt mit epischen Melodien abgerundet.
In "Ashes of the Dawn" und dem völlig abgedrehten "Astral Empire" kommt jenes besonders zur Geltung. Der Song "Judgement Day" stellt sogar eine fantastische Brücke zwischen den Beiden dar. Ultra schnelle Riffs treffen auf sich immer wieder erdende Melodic Metal Passagen. Großartig!

Doch das neue Album hat auch so einige Überraschung parat.Das heftige "War" z.B., welches komplett aus der Reihe tanzt. Auf Keyboard Passagen wird hier gänzlich verzichtet, stattdessen dröhnen harte Thrash Riffs mit hohen Power Metal Lyrics aus den Lautsprechern. Zudem kommt mit "The Edge of the World" der vermutlich längste und epischste Dragonforce Song daher, der je aufgenommen wurde. Vorallem das hier zeitweise komplett auf Death Metal geswitcht und mit typischen Hermann Li Riffs gepaart wird, ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber ebenso genial umgesetzt worden.
Der wohl typischste Dragonforce Song auf dem Album heißt "Midnight Madness". "Through the Fire and Flames" lässt grüßen. Ein geiles Teil!

Aber nicht alles ist Gold was glänzt, denn auch "Reaching into Infinity" hat seine Schwächen. Sind die Ballade "Silence" und das Cover "Gloria" eher durchschnittlich geraten, haben mich "Land of Shattered". "Our Final Stand" und das etwas befremdend wirkende "Curse of Darkness", garnicht überzeugt.
So schwankt das neue Album ebenso wie sein Vorgänger von genial bis teilweise überflüssig. Drei Songs weniger hätten eine Menge ausgemacht, so bleibt es bei leider (nur) überdurchschnittlich. Dennoch hat "Reaching into Infinity" so einige Meisterwerke zu bieten, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.

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